Der Verein stellt sich vor
Der kleine Ort Raversbeuren im Hunsrück mit seinen ca. 128 Einwohnern teilt das Schicksal vieler kleinerer Dörfer: es gibt keinen Platz mehr, wo man sich „um die Ecke“ in geselliger Runde auf ein Glas Bier oder einen Schoppen Wein treffen kann.
Deswegen haben sich im Jahr 2010 einige Dorfbewohner dazu entschlossen, einen Verein zu gründen, um die dörfliche Gemeinschaft nicht nur in kultureller Hinsicht, sondern auch mit gemeinnützigen Projekten zu unterstützen.
Der Verein ist vielfältig aktiv, um das Dorfleben zu bereichern: als Beispiele seien hier die beliebten Spielerunden, der Kaffeeklatsch, gesellige Feierabend-Treffen und Grill- und Diaabende genannt.
Der Verein hat als perfekten Start in die Vorweihnachtszeit die alte Tradition der Adventsfenster wieder aufleben lassen. Jeden Abend vom 01. Dezember bis Heiligabend wird ein anderes Fenster im Dorf feierlich illuminiert. An einem der Advent-Sonntage begehen wir in der Gemeinde unser „Advent im Dorf“. Mit Ratespielen geht es durch die Gemeinde, wobei die Adventsfenster eine Rolle spielen. Bei Waffeln, Kaffee und Kuchen sitzen wir anschließend gemütlich zusammen.
Als zentraler Treffpunkt und Vereinsheim wurde der Gebäudekomplex des ehemaligen Hotel-Restaurants „Der fidele Bauer“ von der Gemeinde gepachtet.
Auch wenn es den „Fidelen Bauern“ in seiner ursprünglichen Form nicht mehr gibt, so fühlt sich die Dorfgemeinschaft in Raversbeuren der Tradition verpflichtet. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die noch vorhandene Bausubstanz zu schützen und zu erhalten und den Fidelen Bauern als Vereinsheim für gesellschaftliche und kulturelle Aktivitäten zu nutzen.
Wie alles begann
Als 1966 Katharina und Karl-Heinz Horstkötter – gelernte Köchin und gelernter Konditor - in Raversbeuren das Anwesen in der Dorfstraße Nr. 52 kauften, ahnten sie noch nicht, welche Geschichte dieses Haus und damit ihr eigenes Schicksal nehmen würde.
Bis dahin lebten sie in Wiesbaden und betrieben dort eine kleine gepachtete Gaststätte, die sich nach und nach durch ihr Engagement und Ideenreichtum zu einem Geheimtipp entwickelte. Darin sah der Verpächter seine Chance. Er wollte ein Stück von dem Kuchen abhaben. Als die Vertragslaufzeit abgelaufen war, sollte der Pachtzins enorm steigen. Das wiederum gefiel dem Ehepaar Horstkötter nicht und sie beschlossen, ein für ihre Zwecke geeignetes Objekt zu erwerben.
Nach verschiedenen Besichtigungen im Hunsrück fiel ihre Wahl auf das Haus mit der damaligen Nr. 59 (später Nr. 49 und heute Nr. 24) in der Dorfstraße in Raversbeuren. Es war renovierungsbedürftig, dafür aber finanzierbar. Der Plan war, Gäste aus der nahen Rhein- und Moselregion zu gewinnen.
Nun begann für das Ehepaar eine sehr arbeitsreiche und anstrengende Zeit. Neben der Arbeit in der Gaststätte in Wiesbaden wurde am Wochenende und in jeder freien Minute der Gebäudekomplex renoviert und hergerichtet.
Nach 5 Jahren Doppelbelastung war es endlich so weit: im Winter 1971 wurde das Restaurant eröffnet, welches auf den Namen „Der fidele Bauer“ getauft wurde. Namensgeberin war die gleichnamige Operette von Leo Fall (Uraufführung 1907), die in bäuerlicher Kulisse von einem meist froh gelaunten Landwirt erzählt.
Der Plan, Gäste aus der nahen Region anzuziehen, ging auf. Es sprach sich schnell herum, dass den Besucher hier gutes Essen und eine nette Bewirtung erwartete. Insbesondere für die Angehörigen der US-Streitkräfte, die bis 1993 im nahe gelegenen Flughafen Hahn stationiert waren, war der „Fidele Bauer“ ein beliebter Treffpunkt. Im Laufe der Jahre wurde das Restaurant zu einer kulinarischen Institution und es wurde später um einen Hotelbetrieb erweitert.
Nach 25 erfolgreichen Jahren beschlossen die Horstkötter’s, den Betrieb einzustellen und sich zur Ruhe zu setzen. Das Hotel-Restaurant wurde verkauft und wechselte kurze Zeit später noch einmal den Besitzer. In einer Zwangsversteigerung erwarb die Sparkasse den Komplex. Später übernahm es die Gemeinde und Teile des Objektes wurden abgerissen (2003/2004).
Die Gegenwart
Die Übernahme durch den Verein und die Renovierung durch tatkräftige Mitglieder verhalf dem „Fidelen Bauern“ zu neuen Ehren. Das Gebäude hat sich wiederum zu einem beliebten Treffpunkt im Dorfmittelpunkt entwickelt. Es wird nach wie vor geschützt und gepflegt. Sogar die Rosenstöcke vor dem Haus aus den 1970er Jahren erblühen jedes Jahr auf’s Neue.
Wir alle hoffen sehr, dass sich auch die kommenden Generationen weiter daran erfreuen können.
Vorstand Dorfgemeinschaft Raversbeuren e.V.
1. Vorsitzender:
Friedhelm Tatsch
2. Vorsitzende:
Gabriele Radschikowsky
Schriftführer:
Michael Radschikowsky
Kassenwartin:
Susanne Epskamp
Beisitzer:
Michael Sonne, Renate Rörich, Herbert Rörich